Mikroabenteuer rund um Freiburg

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Nicht nur zu Corona-Zeiten ist es ja ein Vorteil, dort zu wohnen, wo andere Urlaub machen. Meine Wahlheimat Ebringen nahe Freiburg bietet zu jeder Jahreszeit eine unerschöpfliche Auswahl an Wander- und Radtouren in den Weinbergen, in der Rheinebene und natürlich im Schwarzwald. Sobald der erste Schnee liegt, kommen Langlauf- und Schneeschuhtouren hinzu.

Ähnlich wie z.B. auch im Allgäu haben wir auch hier seit dem ersten Lockdown im Frühjahr die Situation, dass nun auch Menschen ihre Freizeit in der Natur verbringen, die selbige vorher offenbar noch nie oder jedenfalls höchst selten aufgesucht haben. Dies führt zu der grotesken Situation, dass beliebte Ausflugsziele wie der Schauinsland, Feldberg oder Kandel an einem sonnigen Sonntag voller sind als die Freiburger Innenstadt an einem Samstag (ohne Corona). Kreischende Kinder allerorts, Menschen trampeln über die Wiesen im Naturschutzgebiet, breiten ihre Decken und Liegestühle aus, parken nicht nur auf dem Parkplatz, sondern auch davor, dahinter und daneben. Anwohner*innen kommen nicht mehr aus ihren Häusern, Landwirte können ihre Heuernte vergessen, Forstwirt*innen das geschlagene Holz nicht abtransportieren. Und so weiter. Die Folge davon: An Sonntagen werden bestimmte Zufahrtsstraßen gesperrt, damit aktuell die als Rodelhang genutzte Skipiste nicht restlos überfüllt ist.

Tja, aber was machen wir denn nun an einem sonnigen Sonntag? – Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Wir fahren woandershin. Und so entdecken wir in diesem Herbst wieder einmal ganz neue Ecken, romantische Picknickplätze, den einen oder anderen Aussichtsturm, begegnen auch im Spätherbst noch Ziegen und Kühen und nur wenigen anderen Menschen. Selbst die im Sommer überlaufenen Premium-Wanderwege sind im November erstaunlich einsam. Nein, wir gehen nicht zum Belchen, sondern zum Geißenpfad in Menzenschwand. An einem etwas trüben Sonntag treffen wir nur wenige Menschen auf dem Jägersteig in Schluchsee, in der Gegend um Freiamt ist sowieso meist wenig los und beim Thurner einmal abgebogen und: Ruhe. Auch im Markgräfler Land kann man ruhig unterwegs sein: Schöne Touren ab und um Sulzburg führen wahlweise in die Reben oder in die Wälder. Und selbst der Kaiserstuhl, beliebt vor allem an kühlen, sonnigen Tagen verspricht Ruhe und Einsamkeit wenn man die bekannten Routen nahe der Wanderparkplätze meidet. Wenn sich die Lage im Nachbarland Frankreich wieder etwas entspannt, kann man auch dort wieder herrlich in den Vogesen wandern. Also: Auf geht’s, demnächst vielleicht auch mit Natours ?

von Anke Rietdorf, langjährige Reiseleiterin bei Natours

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